
Eine Freundin bittet dich um einen Gefallen. Deine Mutter möchte, dass du vorbeikommst. Jemand braucht kurz deine Zeit. Und noch bevor du nachgespürt hast, ist das Ja schon ausgesprochen. Kennst du das?
Du magst diese Menschen. Natürlich. Aber möchtest du das gerade wirklich? Hast du Zeit und Raum dafür? Oder rennst du von einem Termin zum nächsten, wenn es um andere geht – und stellst dich selbst immer hinten an?
Wem sagst du gerade Nein?
Manchmal sagen wir Ja zu anderen und gleichzeitig Nein zu uns selbst. Nein zu unserer Pause. Nein zu dem, was wir eigentlich vorhatten. Nein zu dem Moment, in dem wir einfach einmal nichts möchten. Wenn sich das wiederholt, können Ärger und Enttäuschung wachsen.
Du darfst jemanden lieben und trotzdem gerade keine Zeit haben. Du darfst deine Freundin mögen und einen Abend für dich wollen. Deine Zuneigung muss sich nicht in jeder Situation durch ein Ja beweisen.
Lass zwischen Bitte und Antwort einen Moment Platz.
Bevor du antwortest, halte kurz inne. Frag dich: „Möchte ich das überhaupt? Habe ich gerade Zeit und Energie dafür?“ Du musst deine Antwort nicht sofort wissen. „Kann ich dir später Bescheid geben?“ ist bereits eine Antwort.
Wenn du dein Nein schon kennst, darf es schlicht sein: „Heute passt es mir nicht.“ Oder: „Danke, dass du an mich denkst. Ich bin diesmal nicht dabei.“ Du brauchst keinen erfundenen Termin und keine lange Erklärung. Auch die Zeit, die du für dich reservierst, zählt.
Deine kleine Aufgabe
Achte heute auf eine Situation, in der du fast automatisch Ja sagen würdest. Nimm dir einen Atemzug Zeit und beziehe dich selbst in deine Entscheidung ein. Vielleicht bleibt es ein Ja. Vielleicht wird es ein Nein. Entscheidend ist, dass du dich dabei nicht übergehst.
Ein Nein zu etwas, das gerade nicht passt, kann ein Ja zu dir selbst sein. Du kannst ausprobieren, wie sich dein Alltag anfühlt, wenn deine Wünsche darin ebenfalls Platz haben.